Im September 2026 ist das europäische Forschungsprojekt UNCOVER gestartet. 19 Partner aus acht Ländern wollen darin sechs Technologien zur CO₂-Umwandlung und eine weitere sekundäre Umwandlungstechnologie demonstrieren. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die Verfahren skalieren und zugleich wirtschaftlich und nachhaltig betreiben lassen.
Als CO₂-Quellen dienen drei unterschiedliche industrielle Prozesse. Untersucht werden Emissionen aus einer Biogasaufbereitungsanlage in einem Abfallwirtschaftsbetrieb, einem Biomassekessel in einem holzverarbeitenden Betrieb und einem Klinkerofen in einem Zementwerk.
Zehn Produkte aus abgeschiedenem CO₂
Über verschiedene Umwandlungswege sollen aus dem abgeschiedenen CO₂ insgesamt zehn Produkte entstehen. Dazu gehören unter anderem Pigmente, Mikroalgenbiomasse, Biomethanol, Bioformaldehyd, mikrobielles Protein, Polyhydroxybutyrat und carbonatbasierte Zementstoffe.
Die Produkte sollen für Anwendungen in der Chemie-, Kraftstoff- und Bauindustrie untersucht werden. Lebenszyklusanalysen und techno-ökonomische Analysen sollen dabei Daten zu Umweltwirkungen, Energiebedarf, Kosten und Skalierbarkeit liefern.
„UNCOVER soll zeigen, dass CO₂ als Rohstoff genutzt werden kann, um biologisch abbaubare Kunststoffe, Harze für Holzwerkstoffplatten, kohlenstoffarme Kraftstoffe und zementbasierte Materialien herzustellen, die hinsichtlich Kosten, Leistung und Nachhaltigkeit mit fossilen Alternativen konkurrieren können. Durch die Demonstration von sieben CCU-Routen im industriellen Maßstab an drei realen industriellen Emissionsquellen schaffen wir die Evidenzbasis, die die europäische Industrie benötigt, um die CO₂-Nutzung zu skalieren und die industrielle Dekarbonisierung zu beschleunigen“, so Pablo González, UNCOVER-Projektkoordinator, vom Instituto Tecnológico de Aragón, Spanien (ITA).
Skalierung und Markteinführung im Blick
Bis 2032 soll UNCOVER die Einführung von drei großskaligen CO₂-Umwandlungstechnologien unterstützen. Drei bis fünf der untersuchten CO₂-basierten Produkte sollen dann beginnen, fossile und ressourcenintensive Rohstoffe zu ersetzen.
Das Steinbeis Europa Zentrum leitet innerhalb des Projekts das Arbeitspaket zu Verwertung, Skalierung und Markteintritt. Zudem ist es für die Verwaltung der Projektdaten zuständig. Koordiniert wird UNCOVER vom Instituto Tecnológico de Aragón, die technische Koordination übernimmt die University of Valladolid.







