Generic filters
FS Logoi

CO₂-Elektrolyse: Roadmap für industrielle Anwendungen

Auf Basis von über 5.000 ausgewerteten Publikationen haben Forschende eine Roadmap zur elektrochemischen CO₂-Reduktion erarbeitet – mit technologischer Bewertung und Szenarienentwicklung.

von | 23.06.25

Mehr als 5.000 wissenschaftliche Veröffentlichungen zur CO₂-Elektroreduktion flossen in die Analyse der Roadmap ein.
Quelle: Trueffelpix/ Adobe Stock
Roadmap

Die industrielle Nutzung von CO₂ durch elektrochemische Verfahren steht im Fokus einiger Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Ein Hindernis auf dem Weg zur breiten Anwendung ist bislang die fehlende systematische Abstimmung zwischen CO₂-Quellen und -Senken. Forschende des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, des Forschungszentrums Jülich, der RWTH Aachen und der Ruhr-Universität Bochum haben eine Roadmap entwickelt. Diese analysiert mögliche Einsatzszenarien und technologische Entwicklungspfade bis 2050.

Analyse von über 5000 Fachpublikationen

Für die Erstellung der Roadmap wurden mehr als 5.000 wissenschaftliche Veröffentlichungen zum Thema CO₂-Elektroreduktion (CO₂R) ausgewertet. Im Fokus waren die Niedertemperatur- und die Hochtemperatur-Elektrolyse für die drei Produktklassen CO, Ameisensäure und Ethylen/Ethanol. Ziel der Analyse ist es, die bestehende Lücke zwischen akademischen Übersichten zum Stand der CO₂-Reduktionstechnologien und realen industriellen Punktquellen zu schließen.

Technologiebewertung und Quellenszenarien

Die Forschenden haben die Leistungsfähigkeit verschiedener CO₂R-Produkte in verschiedenen Zellkonfigurationen analysiert. Dabei flossen aktuelle Emissionsdaten, Marktanforderungen und Prognosen bis zum Jahr 2050 ein. Das Ergebnis: Die Art der eingesetzten CO₂-Quellen wird sich laut den Wissenschaftler:innen voraussichtlich in drei Phasen entwickeln: direkt aus industriellen CO₂-Punktquellen, über eine Mischung aus CO₂-Punktquellen und Direct Air Capture (DAC) bis hin zu der primären Betriebsstätte von DAC als CO₂-Lieferant. Ergänzt wird dieser Pfad durch unvermeidbare Emissionsquellen wie Zementwerke oder Müllverbrennungsanlagen.

„Unsere Roadmap liefert Schlussfolgerungen zu den wahrscheinlichsten Anwendungsszenarien für jede Technologie und ist dadurch ein wertvoller Fahrplan für die Industrie: Wann, wo, wie und für welches Produkt kann die CO₂-Elektrolyse eine attraktive Technologie sein?“, so Prof. Ulf-Peter Apfel von Fraunhofer UMSICHT.

Publikation in Fachjournal

Die vollständige Analyse ist im Fachartikel „Closing the Carbon Cycle: Challenges and Opportunities of CO₂ Electrolyser Designs in Light of Cross-Industrial CO₂ Source-Sink Matching in the European Landscape” veröffentlicht, erschienen im Journal Energy & Environmental Science.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Immer auf dem aktuellen Stand, alle 2 Wochen in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Edelstahl-Bremsscheiben reduzieren Feinstaubemissionen
Edelstahl-Bremsscheiben reduzieren Feinstaubemissionen

Ein Projektkonsortium mit Beteiligung des Fraunhofer IWU hat eine Bremsscheibe aus Edelstahl entwickelt, die den Abrieb deutlich reduzieren soll. Die Lösung erfüllt laut Projektteam die künftigen Anforderungen der Euro-7-Norm an Feinstaubemissionen von Bremsen.

mehr lesen
IFAT 2026 verzeichnet Rekordbeteiligung
IFAT 2026 verzeichnet Rekordbeteiligung

Die IFAT Munich 2026 hat mit rund 3.400 Ausstellern und etwa 142.000 Besuchenden neue Rekordwerte erreicht. Im Mittelpunkt der Weltleitmesse standen Wasserwirtschaft, Recycling und Circular Economy.

mehr lesen
Absorberanlagen zur PFAS-Entfernung im Trinkwasser
Absorberanlagen zur PFAS-Entfernung im Trinkwasser

Die Grünbeck AG stellt Filtersysteme zur Entfernung von PFAS in Trinkwasser vor. Die Anlagen sind für Wasserversorger, Kommunen und industrielle Anwendungen ausgelegt und sollen lang- sowie kurzkettige PFAS-Verbindungen aus belastetem Rohwasser entfernen.

mehr lesen
Ultrafeinstaub: Messungen zeigen Einfluss des Flughafens
Ultrafeinstaub: Messungen zeigen Einfluss des Flughafens

Das Forum Flughafen und Region (FFR) koordiniert eine Studie zum Ultrafeinstaub im Umfeld des Frankfurter Flughafens, die von einem Konsortium unter Federführung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) durchgeführt wird. Die Ergebnisse zeigen, dass der Flughafen vor allem sehr kleine Partikel beeinflusst.

mehr lesen
KI-System für Klärschlammentwässerung
KI-System für Klärschlammentwässerung

GEA hat ein digitales System zur automatisierten Steuerung von Dekanterzentrifugen für Kläranlagen vorgestellt. Die Technologie kombiniert Sensorik, Echtzeitdaten und autonome Regelung, um Polymerverbrauch, Entsorgungskosten und Betriebsaufwand zu reduzieren.

mehr lesen

Sie möchten die F&S Filtrieren und Separieren testen?

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die F&S kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03