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Chemikalienbelastung stößt an regulatorische Grenzen

Ein Forschungsteam der ETH Zürich und der RPTU Kaiserslautern-Landau hat den aktuellen Stand zur weltweiten Chemikalienbelastung analysiert. Die Studie zeigt auf, dass die behördliche Risikobewertung mit der Dynamik chemischer Produktion kaum mehr Schritt halten kann.

von | 15.10.25

Die je nach ihrer Nutzung unterschiedenen Chemikalien bringen unterschiedliche Risikofaktoren (Toxizität, Persistenz) mit.
Quelle: Scheringer, M., Schulz, R.
ETH Zürich und RPTU Kaiserslautern-Landau Chemikalien PFAS

Chemikalien werden in vielen Industriezweigen eingesetzt – von der Landwirtschaft über die Pharmaindustrie bis hin zu Kunststoffen und Konsumprodukten. Die Zahl der weltweit verwendeten Substanzen steigt stetig. Nach Einschätzung der Forschenden überfordert diese Entwicklung die bestehenden Bewertungs- und Kontrollsysteme.

Pestizide mit hoher Toxizität

Die Studie legt einen besonderen Fokus auf Pestizide. Diese gelten aufgrund ihrer hohen Giftigkeit als kritisch für Ökosysteme.

„Pestizide zeichnen sich durch eine sehr hohe Toxizität aus. Das macht eine umfangreiche Bewertung der tatsächlich in der Umwelt verbleibenden Wirkstoffe und Wirkstoffkonzentrationen notwendig. Wir wissen heute, dass in Gewässern zum Beispiel sehr viele Pestizide in Konzentrationen vorkommen, die oberhalb der Werte liegen, die für Ökosysteme bedenklich sind“, so Umweltwissenschaftler Ralf Schulz der RPTU Kaiserslautern-Landau.

PFAS mit langer Lebensdauer

Im Gegensatz zu Pestiziden zeigen viele PFAS (Per- und Polyfluorierte Alkylsubstanzen) eine geringere Toxizität, zeichnen sich jedoch durch extreme Persistenz aus. Einige dieser Verbindungen werden in der Umwelt über Jahrzehnte nicht abgebaut. Dadurch steigen die Konzentrationen stetig an. PFAS sollten ursprünglich andere problematische Stoffgruppen ersetzen, verursachen heute jedoch selbst gesundheitliche und ökologische Risiken. Nach Ansicht der Forschenden könnte ihr Einsatz in vielen Fällen entfallen oder durch weniger langlebige Alternativen ersetzt werden.

Regulierung stößt an Grenzen

„Die größte Herausforderung, vor der wir stehen, ist die zunehmende Zahl von Chemikalien und die damit einhergehende Schwierigkeit, deren Risiken überhaupt adäquat zu beurteilen“, sagte Schulz.

Deshalb schlägt das Forschungsteam vor, die Anzahl an produzierten und eingesetzten Chemikalien zu reduzieren. Nur so könne die regulatorische Kontrolle über deren Auswirkungen für Mensch und Umwelt erhalten bleiben.

Politische Verantwortung

Für eine nachhaltige Veränderung seien politische Impulse und klare Rahmenbedingungen erforderlich. Darüber hinaus müsse die weltweite Chemikalienbelastung – ähnlich dem Klimawandel – als globale Umweltveränderung verstanden und international koordiniert bewertet werden.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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