Das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ) und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) haben im Projekt „Szenarien zum optimalen Einsatz von Biomasse in der Bioökonomie bis 2050“ (SoBio2) den zukünftigen Einsatz von Biomasse in Deutschland untersucht. Mithilfe von Systemmodellierungen sowie Szenarien- und Sensitivitätsanalysen analysierten die Forschenden, in welchen Bereichen Biomasse unter Kosten- und Klimaschutzaspekten besonders sinnvoll eingesetzt werden kann.
Begrenzte Ressource gezielt einsetzen
Die Ergebnisse zeigen, dass biogene Ressourcen vor allem dort eingesetzt werden sollten, wo nicht-biogene Alternativen besonders kostenintensiv sind.
„Die begrenzte Biomasse wird dort eingesetzt, wo nicht-biogene Alternativen am kostenintensivsten sind: im Flug- und Schiffsverkehr (HEFA, LNG), in der Hochtemperaturindustrieanwendung – hier in großen Teilen mit der Abscheidung und Speicherung von CO2 kombiniert –, in der flexiblen Stromerzeugung (Biogas), in der Spitzenlastwärmeerzeugung in älteren, unsanierten Gebäuden und in der chemischen Industrie (Ethanol, Methanol zur Erzeugung von Olefinen und Aromaten)“, so Dr. Kathleen Meisel vom DBFZ.
Holzbau und zusätzliche Potenziale
Für den Holzbau sehen die Forschenden langfristig zusätzliches Potenzial – allerdings vor allem dann, wenn zusätzliche Holzmengen erschlossen oder Importe ausgeweitet werden. Alternativ könnten regulatorische Maßnahmen wie verbindliche Holzbauquoten Einfluss auf die Entwicklung nehmen.
Nachhaltigkeit über Klimaschutz hinaus
Im Rahmen der Abschlussveranstaltung betonten die Fachleute zudem, dass Klimaschutz nicht automatisch umfassende Nachhaltigkeit bedeute. Bei der Nutzung von biogenen Rohstoffen müssten auch Aspekte wie Biodiversität und weitere Umweltwirkungen berücksichtigt werden.
Zum Download des Abschlussberichts „DBFZ Report Nr. 56”







