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Biobasierte Verbindungen für kreislauffähige Baumaterialien

Im Juni 2025 startete das EU-Projekt CIRCULAR-C unter Leitung der belgischen Forschungseinrichtung VITO. Ziel ist die Entwicklung biobasierter Klebstoffe, Beschichtungen und Fasern für Holzwerkstoffe, um deren Recyclingfähigkeit zu verbessern. Zehn Partner aus sieben Ländern arbeiten dabei an nachhaltigen Materiallösungen für die Bauwirtschaft.

von | 23.07.25

Klebstoffrückstände erschweren das Recycling von Holzfasern. Eine nachhaltige Lösung könnte in neuen, biobasierten Verbindungen mit reversiblen Eigenschaften liegen.
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Holz Recycling Baumaterialien

Mit dem Start des EU-geförderten Forschungsprojekts CIRCULAR-C widmet sich ein europäisches Konsortium der Entwicklung neuer biobasierter Materialien für den Einsatz in Holzwerkstoffen. Ziel ist es, Formulierungen für Klebstoffe, Beschichtungen und funktionalisierte Fasern zu erarbeiten. Diese sollen unter anderem in Möbeln, Fußböden und Dämmstoffen Anwendung finden und dadurch eine bessere Wiederverwertbarkeit ermöglichen. So entsteht ein Beitrag zur Kreislaufwirtschaft im Bausektor.

Das Projekt wird über einen Zeitraum von vier Jahren mit knapp 4 Millionen Euro aus dem Horizon Europe-Programm gefördert. Die Projektkoordination übernimmt die belgische Forschungseinrichtung VITO. Darüber hinaus leitet das Steinbeis Europa Zentrum die Arbeitspakete für Kommunikation, Verbreitung, Verwertung und Stakeholder-Engagement.

Herausforderungen beim Recycling von Baumaterialien

Ein wesentliches Hindernis beim Recycling von Holzwerkstoffen stellt laut Fachliteratur der Einsatz konventioneller Klebstoffe dar. Denn die Rückstände aus Harnstoff-Formaldehyd-Klebstoffen gelten als Hauptquelle für physikalische und chemische Verunreinigungen, die die Wiederverwertung von Holzfasern erschweren – z.B. durch vernetzte Polymernetzwerke und Qualitätsminderung der Partikel. Deshalb setzt CIRCULAR-C auf alternative Bindemittel mit reversiblen chemischen Eigenschaften.

Kreislauffähigkeit und digitale Produktpässe im Fokus

Im Projektverlauf sollen Verbindungen entstehen, die neben einer verbesserten Recyclingfähigkeit auch spezifische Materialeigenschaften wie Feuerbeständigkeit aufweisen. Die Formulierungen werden unter dem Konzept „Safe and Sustainable by Design“ (SSbD) entwickelt und sollen auch in die Erstellung digitaler Produktpässe (DPP) einfließen. Ergänzend dazu erfolgen Umwelt- und Lebenszyklusanalysen zur Bewertung der Auswirkungen auf Material- und Energieflüsse. Neben der Materialentwicklung sind im Projekt auch Untersuchungen zur Zweitverwertung und zu potenziellen Sekundärmarktanwendungen geplant.

CIRCULAR-C verfolgt das Ziel, die Kapazität der biobasierten Sektoren durch Maximierung der Reststoffverwertung und des Materialrecyclings zu erhöhen. Gleichzeitig sollen die Auswirkungen auf Umwelt und Klima minimiert werden.

Kick-off-Veranstaltung in den Niederlanden

Das Konsortium aus zehn Partnern aus Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, den Niederlanden und der Türkei traf sich am 17. und 18. Juni 2025 zur Auftaktveranstaltung im niederländischen Alkmaar. Gastgeber war das Forschungsinstitut TNO.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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