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Wolfsburger Kläranlage erprobt vierte Reinigungsstufe

In Wolfsburg testen die Wolfsburger Entwässerungsbetriebe und die Fraunhofer-Institute UMSICHT und ISI eine neuartige Kombination zur Entfernung von Spurenstoffen im Abwasser. Ziel ist eine effizientere Reinigung und geringere Belastung von Gewässern und Grundwasser.

von | 29.04.26

Kommunale Kläranlagen: In der EU wird eine 4. Reinigungsstufe gestaffelt nach Größe bis 2045 verpflichtend.
Quelle: Fraunhofer UMSICHT
Kläranlage Reinigungsstufe Fraunhofer UMSICHT

Die Wolfsburger Entwässerungsbetriebe (WEB) erproben gemeinsam mit den Fraunhofer-Instituten UMSICHT und ISI eine neuartige Verfahrenskombination zur Abwasserreinigung. In der Kläranlage Wolfsburg-Stahlberg soll die Kombination aus Membranfiltration, regenerierbarer Adsorberharzstufe und Aktivkohle eingesetzt und erprobt werden.

Belastung durch Spurenstoffe

Das gereinigte Abwasser der Kläranlage wird in das niedersächsische Fließgewässer, die Aller, eingeleitet und unter anderem für die landwirtschaftliche Bewässerung genutzt. Untersuchungen zeigen jedoch, dass das Gewässer sowie das Grundwasser mit anthropogenen Spurenstoffen wie Reinigungsmitteln oder Arzneimittelrückständen belastet sind.

Kombination aus mehreren Verfahren

Kern des Projekts ist die Erweiterung der bestehenden Reinigung um eine zusätzliche Stufe. Zunächst entfernt eine Membranfiltration Feststoffe, Huminsäure und Bakterien aus dem Abwasser. Anschließend folgt eine kombinierte Behandlung: Ein Teilstrom wird über eine regenerierbare Adsorberharzstufe geführt, während der Hauptstrom weiterhin durch granulierte Aktivkohle (GAK) behandelt wird. Dadurch sollen Spurenstoffe gezielter erfasst und die Standzeit der Aktivkohle erhöht werden.

Beitrag zur vierten Reinigungsstufe

Die Erweiterung entspricht dem Konzept einer vierten Reinigungsstufe, die in der EU künftig verpflichtend wird. Das Ziel ist es, sowohl die Reinigungsleistung zu erhöhen als auch den Ressourcenverbrauch und die Betriebskosten zu senken.

Maßnahmen am Eintragspunkt

Zusätzlich werden Maßnahmen bereits vor der Kläranlage umgesetzt. Am Klinikum Wolfsburg sollen Röntgenkontrastmittel im Abwasser reduziert werden, etwa durch getrennte Erfassungssysteme wie neue Urinbeutel-Lösungen und separierte Toiletten. Dadurch soll die Belastung bereits vor der eigentlichen Behandlung sinken.

Pilotanlage und Begleitforschung

Das Fraunhofer UMSICHT begleitet das Projekt von der Planung bis zum Bau einer Pilotanlage, deren Umsetzung für Ende 2026 vorgesehen ist. Parallel werden Untersuchungen zur Optimierung der Verfahrenskombination durchgeführt.

Das Fraunhofer ISI bewertet unter anderem die Wirkung der einzelnen Reinigungsstufen sowie die Einträge der Spurenstoffe.

 

Fraunhofer-Institute auf der IFAT Munich 2026: Halle B2, Stand 115.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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