Der Erftverband hat das Wasserwirtschaftsjahr 2025 ausgewertet. Der Betrachtungszeitraum vom 1. November 2024 bis 31. Oktober 2025 diente erneut der einheitlichen Erfassung von Niederschlägen, Temperaturen und Wasserständen und soll eine unabhängige Bewertung hydrologischer Entwicklungen erlauben. Die Ergebnisse zeigen deutliche Schwankungen zwischen Trockenperioden und Starkregenereignissen im Verbandsgebiet.
Niederschläge zwischen Defizit und Extremereignissen
Das Wasserwirtschaftsjahr war insbesondere geprägt durch längere Trockenphasen. Sehr geringe Niederschlagsmengen traten vor allem im März auf, aber auch im Februar und August lagen die Werte deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Gleichzeitig kam es zu einzelnen, teils sehr intensiven Starkniederschlagsereignissen, insbesondere im Sommerhalbjahr.
Starkregen mit lokalen Schäden
Am 31. Mai 2025 führten heftige Gewitter zu Überschwemmungen und erheblichen Schäden in Erftstadt-Herrig. Ein weiteres Starkereignis trat am 14. Juni im Raum Zülpich auf. Besonders hohe Niederschlagsmengen wurden am 9. September 2025 registriert, als nahezu alle Messstationen im Erft-Einzugsgebiet ihre höchsten Tagessummen des Jahres verzeichneten. In den Bereichen Bedburg und Mönchengladbach fielen dabei bis zu 150 Millimeter Niederschlag innerhalb von 12 Stunden.
Wasserbilanz nahe am langjährigen Mittel
Trotz der ausgeprägten Trocken- und Starkregenphasen erreichte die jährliche Niederschlagssumme laut Verband mit 679 Millimetern nahezu das langjährige Mittel des Referenzzeitraums 1961-1990. Im Winterhalbjahr lag das Defizit bei rund 4 %, im Sommerhalbjahr bei unter einem Prozent.
Erhöhte Temperaturen
Die mittlere Jahrestemperatur betrug im Wasserwirtschaftsjahr 2025 rund 11,4 °C und lag damit etwa 1,7 °C über dem langjährigen Vergleichswert (1961-1990). Besonders ausgeprägt waren die Abweichungen im März (+ 2,4 °C) und Juni (+ 3,4 °C), die deutlich wärmer ausfielen als im Referenzzeitraum.
Grundwasserstände und Betrieb von Kappungsanlagen
Zu Beginn des Wasserwirtschaftsjahres lagen die Grundwasserstände in vielen Regionen weiterhin auf erhöhtem Niveau, insbesondere in Niederungsgebieten mit Vernässungsproblemen. Die Kappungsanlagen in Korschenbroich waren daher in allen vier Ortsteilen bis mindestens März, teils bis Mai 2025 in Betrieb. In der Folge sanken die Grundwasserstände witterungsbedingt und liegen aktuell auf einem mittleren bis leicht erhöhten Niveau.







