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Wasseraufbereitung: Nachhaltig durch erneuerbare Rohstoffe

Der Spezialchemie-Konzern Lanxess erweitert sein Angebot. Zusätzlich zu Ionenaustauscherharzen auf Basis fossiler Rohstoffe bietet der Konzern nun auch Typen an, die anteilig aus erneuerbaren Rohstoffen gemäß dem Massenbilanzverfahren hergestellt werden. Dieses Angebot umfasst zunächst drei schwach saure und zwei schwach basische Harze.

von | 09.11.22

Die Scopeblue-Harze weisen einen um bis zu 67 % geringeren CO2-Fußabdruck auf als konventionelle Typen und basieren zu über 90 % auf nachhaltigen Rohstoffen. Sie sind chemisch identisch mit konventionellen Produkten und werden nach identischen Verfahren produziert. © LANXESS AG
9.11.2022 Ι Der Spezialchemie-Konzern Lanxess erweitert sein Angebot. Zusätzlich zu Ionenaustauscherharzen auf Basis fossiler Rohstoffe bietet der Konzern nun auch Typen an, die anteilig aus erneuerbaren Rohstoffen gemäß dem Massenbilanzverfahren hergestellt werden. Dieses Angebot umfasst zunächst drei schwach saure und zwei schwach basische Harze.

Bis 2050 möchte der Konzern seine Lieferkette klimaneutral gestalten. Dabei spielt die Umstellung auf nachhaltige Rohstoffe eine zentrale Rolle. „Mit unseren neuen Ionenaustauschern auf Basis von nachhaltigen Rohstoffen gehen wir einen weiteren Schritt auf diesem Weg“, betont Bettina Blottko, Leiterin des Geschäftsbereichs Liquid Purification Technologies.

WAC-Harze basieren auf nachhaltigen Rohstoffen

Die schwach sauren Kationenaustauscherharze (Weak Acidic Cation Exchange Resins, WAC) weisen einen um bis zu 67 Prozent geringeren CO2-Fußabdruck auf als konventionelle Typen. Außerdem basieren sie zu über 90 Prozent auf nachhaltigen Rohstoffen. Sie sind dabei chemisch identisch mit konventionellen Produkten, werden in den gleichen Anlagen und nach identischen Verfahren produziert.

Die Produkte tragen die Nachhaltigkeits-Dachmarke Scopeblue von Lanxess. Diese zeichnet Produkte aus, die zu mehr als der Hälfte auf erneuerbaren Rohstoffen basieren. Aber auch solche, deren CO2-Fußabdruck weniger als halb so groß ist wie der des entsprechenden Produkts aus konventionellen Rohstoffen. Die neuen Scopeblue-Varianten erfüllen sogar beide Anforderungen. Mehr als die Hälfte der Trockenmasse dieser Acrylatharze stammt aus Acrylnitril, das massenbilanziert aus Tallöl gewonnen werden kann. Dieses Nebenprodukt der Zellstoffherstellung wird dazu in Propen umgewandelt und mit Ammoniak, das durch Reduktion von Luftstickstoff mit „grünem“ Wasserstoff entsteht, zur Reaktion gebracht.

Auch styrolbasierte, schwach basische Anionenaustauscher produziert das Unternehmen neuerdings auf der Basis von nachhaltig erzeugtem Styrol. Sie werden vorrangig bei der Behandlung von Abwasser und chemischen Prozessströmen sowie in der Lebensmittelindustrie eingesetzt. Aufgrund des komplexeren Synthesewegs lässt sich bei diesen Harzen der Anteil konventioneller Rohstoffe am Endprodukt noch nicht so deutlich reduzieren wie bei den WAC-Harzen.

„Weil jedes Prozent mehr Nachhaltigkeit und jede Tonne weniger CO2-Emissionen ein Gewinn sind, weist Lanxess auch bei diesen Harzen mit dem Namenszusatz ‚Eco’ darauf hin, dass bei ihrer Produktion nachhaltige, biobasierte oder rezyklierte Rohstoffe verwendet wurden“, erläutert Dr. Stefan Neufeind, Leiter Technisches Marketing im Geschäftsbereich Liquid Purification Technologies.

Massenbilanzierung: Transparent und zertifiziert

Die Zuordnung der erneuerbaren oder abfallbasierten Rohstoffe zu entsprechenden Mengen nachhaltiger Produkte erfolgt durch Massenbilanzierung. Zur Herstellung massenbilanzierter Produkte werden nachweislich nachhaltige Rohstoffe oder Vorprodukte stofflich eingesetzt und bestimmten Produkten zugeordnet. So lassen sich nachwachsende Rohstoffe in bestehende Produktions- und Lieferketten integrieren.

Der Produktionsbetrieb für die nachhaltig erzeugten Harze in Leverkusen und die massenbilanzierten Produkte sind dabei im Vorfeld unabhängig zertifiziert worden. Im Falle der Ionenaustauscherharze bescheinigt ein ISCC PLUS-Zertifikat, dass die Voraussetzungen für eine zuverlässige Bilanzierung gegeben sind und diese korrekt angewandt wird.

Wasseraufbereitung in Haushalt und Gewerbe

Ein wichtiges Anwendungsgebiet der WAC-Harze sind Kartuschen für Wasserfilter, die vorrangig genutzt werden, um teilenthärtetes Wasser bereitzustellen, etwa für die Zubereitung von Heißgetränken wie Kaffee oder Tee. Derartige Filtersysteme werden im Haushalt, aber auch gewerblich eingesetzt.

Das Ionenaustauscherharz macht den weit überwiegenden Massenanteil solcher Kartuschen aus. Die hohe Nachhaltigkeit Harze wirkt sich daher sehr deutlich auch auf die Nachhaltigkeitsbilanz von verbrauchernahen Endprodukten wie den Kartuschen aus.

„Die neuen Austauscherharze helfen unseren Kunden dabei, eigene Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Zudem können sie das Mehr an Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil herausstellen bzw. als Zusatznutzen bewerben“, betont Neufeind.

Zur Webseite von Lanxess

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Die Scopeblue-Harze weisen einen um bis zu 67 % geringeren CO2-Fußabdruck auf als konventionelle Typen und basieren zu über 90 % auf nachhaltigen Rohstoffen. Sie sind chemisch identisch mit konventionellen Produkten und werden nach identischen Verfahren produziert. © LANXESS AG

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