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Richtlinie sorgt für Unsicherheit bei Umweltangaben

Eine Umfrage der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) zeigt, dass bei der Umsetzung der EU-Richtlinie „Empowering Consumers for the Green Transition“ (EmpCo-RL) Unsicherheiten bestehen. Unternehmen sehen rechtliche Unklarheiten und Risiken für bestehende Verpackungen.

von | 21.04.26

Die EmpCo-Richtlinie stellt die Ernährungsindustrie vor rechtliche und wirtschaftliche Herausforderungen (Symbolbild).
Quelle: Igor Ovsyannykov/ Pixabay
Richtlinie BVE Verpackungen Umwelt

Die Umsetzung der EU-Richtlinie „Empowering Consumers for the Green Transition“ (EmpCo-RL) führt in der Ernährungsindustrie zu Unsicherheiten. Das zeigt eine Umfrage der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) unter mehr als 130 Unternehmen.

Offene Fragen bei Umweltangaben

58 Prozent der befragten Unternehmen geben an, ihre Verpackungen noch nicht abschließend anpassen zu können. Hintergrund sind ungeklärte rechtliche Fragen, insbesondere zu Umweltangaben im Zusammenhang mit privatwirtschaftlichen Nachhaltigkeitssiegeln.

Lange Vorlaufzeiten in Produktion und Logistik

Ein weiteres Problem sind die langen Planungs- und Beschaffungszeiten für Verpackungen. In vielen Fällen liegen diese bei 12 bis 24 Monaten.

Da die nationale Umsetzung der Richtlinie erst im Frühjahr 2026 abgeschlossen wurde und die Regelungen ab dem 27. September 2026 in Kraft treten, entsteht für viele Unternehmen ein enger Zeitrahmen.

Risiko für Produkte und Verpackungen

35 Prozent der Unternehmen erwarten, dass ohne längere Übergangsfristen Verpackungen und Produkte vom Markt genommen werden müssten.

Vorgeschlagene Maßnahmen wie nachträgliche Umetikettierungen oder Überklebungen werden von vielen Unternehmen als kaum umsetzbar oder wirtschaftlich nicht sinnvoll eingeschätzt.

Unsicherheiten entlang der Lieferkette

Zusätzlich rechnen viele Unternehmen damit, dass Handelspartner die Vorgaben strenger auslegen als gesetzlich vorgesehen. Dazu zählen etwa vorgezogene Fristen oder weitergehende Anforderungen an Umweltangaben.

Rund jedes zweite Unternehmen befürchtet zudem, dass Waren mit nicht angepassten Verpackungen zurückgenommen werden müssen.

Rechtliche und wirtschaftliche Folgen

„Die EmpCo-Richtlinie bedarf der zielführenden Umsetzung. Unklare rechtliche Vorgaben treffen auf nicht umsetzbare Fristen in der Praxis. Das erhöht den Druck auf die Unternehmen erheblich und birgt die Gefahr von Fehlentwicklungen wie die Vernichtungen von einwandfreien Produkten und Verpackungsmaterialien, die weder ökologisch noch wirtschaftlich sinnvoll sind“, so Marcel Winter, Leiter des Brüsseler Büros der BVE.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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