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Recycelter Phosphor soll EU-Importabhängigkeit verringern

Phosphor ist für die Lebensmittelproduktion unverzichtbar, Europa jedoch fast vollständig auf Importe angewiesen. Ein Vorstoß der schwedischen Regierung zur Zulassung von recyceltem Phosphor in Futtermitteln könnte das Phosphorrecycling europaweit voranbringen.

von | 11.09.25

In Schkopau entsteht eine Anlage zur Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlammasche.
Quelle: Schemken / Adobe Stock
Klärschlamm in einer Kläranlage Phosphor

Die schwedische Regierung hat eine Reform des EU-Futtermittelrechts angeregt, die die Verwendung von recyceltem und hochreinem Phosphor aus Klärschlammasche in Tierfutter erlauben soll. Bislang verhindert eine jahrzehntealte Vorschrift den Einsatz dieser Rohstoffe, obwohl der recycelte Rohstoff bereits in der ökologischen Landwirtschaft zugelassen ist. Die schwedische Regierung fordert nun eine neue Risikobewertung durch die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) als Grundlage für eine Änderung der Verordnung.

Bedeutung für Deutschland

„Diese Entscheidung Schwedens sendet ein starkes Signal an Europa. Sie zeigt, dass sichere, kreislauforientierte Lösungen nicht durch veraltete EU-Vorschriften verhindert werden sollten. Mit der im Bau befindlichen Anlage zur Phosphorrückgewinnung in Schkopau hat Deutschland die Möglichkeit, beim Ersatz von P-Importen durch sauberen, lokal zurückgewonnenen Phosphor eine Vorreiterrolle zu übernehmen“, so Jan Svärd, CEO von EasyMining.

In Deutschland sind große Kläranlagen ab 2029 gesetzlich verpflichtet, Phosphor zurückzugewinnen. Um diese Forderung zu erfüllen, baut EasyMining eine Rückgewinnungsanlage in Schkopau, Sachsen-Anhalt, die 2027 in Betrieb gehen soll. Sie ist darauf angelegt, jährlich 15.000 Tonnen hochreinen, recycelten Phosphor (RevoCaP) aus Klärschlammasche zu produzieren.

Phosphor von strategischer Bedeutung

Phosphor ist für die Lebensmittelproduktion unverzichtbar, aber Europa ist fast vollständig von Importen aus Ländern wie Marokko und Russland abhängig. Indem wir die Verwendung von sicherem, recyceltem Phosphor in Tierfutter ermöglichen, kann die EU ihre Abhängigkeit von Putins Phosphatminen verringern und gleichzeitig die Lebensmittelsicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern“, sagte Pär Larshans, Chief Sustainability Officer der Ragn-Sells-Gruppe.

In der ersten Hälfte des Jahres 2025 stiegen die EU-Importe aus Russland trotz des Krieges in der Ukraine um mehr als 30 Prozent.

Kreislaufwirtschaft stärken

Phosphor ist nicht nur ein landwirtschaftlicher Betriebsstoff – er ist eine strategische Ressource. Durch die Aktualisierung veralteter EU-Vorschriften und die Einführung von sicherem, recyceltem Phosphor können wir gefährliche Importabhängigkeiten verringern, die Lebensmittelversorgung Europas sichern und eine weltweit wettbewerbsfähige Kreislaufwirtschaft aufbauen, die sowohl unsere Sicherheit als auch unsere Wirtschaft stärkt“, so Larshans.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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