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Modernisierung des Klärwerks Bergheim-Kenten

Der Erftverband errichtet auf dem Gruppenklärwerk Bergheim-Kenten eine zweistufige Prozesswasserbehandlungsanlage mit Deammonifikation. Ziel ist es, die Stickstoffelimination zu verbessern, Energie einzusparen und die Wasserqualität der Erft zu erhöhen.

von | 17.09.25

Am 25. August 2025 fand auf der Kläranlage der offizielle Spatenstich für die Bauarbeiten statt. V. l. n. r.: René Düppen (Bereichsleiter Abwassertechnik), Svetlana Lakicevic (Planungsingenieurin Abwassertechnik), Klaus-Jochen Buir (Betriebsingenieur), Volker Mießeler (Bürgermeister der Kreisstadt Bergheim), Anne Kreder (Bauleitung), Prof. Heinrich Schäfer (Erftverbandsvorstand).
Quelle: Erftverband
Erftverband Klärwerk Bergheim-Kenten

Ende August 2025 hat der Erftverband den Spatenstich für eine neue Prozesswasserbehandlungsanlage auf dem Gruppenklärwerk Bergheim-Kenten gesetzt. In einer zweistufigen Ausführung wird dort künftig die sogenannte Deammonifikation im Nebenstrom eingesetzt. Damit soll die Effizienz der Stickstoffelimination gesteigert und zugleich der Energieverbrauch gesenkt werden.

Nachhaltige Wasserwirtschaft im Rheinischen Revier

Der Strukturwandel im Rheinischen Revier, bekannt als Zentrum der Braunkohlenindustrie in Deutschland, erfordert neue Ansätze in der Wasserwirtschaft. Der geplante Ausstieg aus der Braunkohlennutzung stellt eine Herausforderung dar und macht auch eine Anpassung der Infrastruktur und der Umweltbedingungen an die neuen Umstände notwendig. Ein Bereich dieser Transformation betrifft die Wasserwirtschaft. Mit dem Wegfall von Sümpfungswassereinleitungen aus den Tagebauen steigen die Abwasserkonzentrationen in Flüssen und Bächen. Die Modernisierung des Gruppenklärwerks Kenten ist Teil dieser Anpassung und soll zur Verbesserung der Gewässerqualität beitragen.

Technologie der Deammonifikation

Bei der Deammonifikation handelt es sich um ein Verfahren zur Behandlung ammoniumreicher Teilströme aus der Schlammbehandlung. Durch den Einsatz spezialisierter Bakterien werden für die mikrobiologische Entfernung des Ammoniums weniger Luftsauerstoff und Betriebsstoffe benötigt als bei dem herkömmlichen Verfahren. Dadurch sinkt der Energieverbrauch der Kläranlage und die biologische Hauptstufe der Kläranlage wird entlastet. Zudem fließen aufgrund des gereinigten Wassers weniger Nährstoffe in die Erft.

Es ist geplant, zwei Bio-Reaktoren mit einem Volumen von jeweils rund 650 m³ zu bauen. Außerdem entsteht ein neues Maschinenhaus, in dem die Maschinen und Schaltanlagen aufgenommen werden. Die Investitionskosten belaufen sich auf 2,6 Millionen Euro, die Fertigstellung ist für Ende 2026 geplant.

Förderung durch EU und Land NRW

Die Maßnahme ist eines von vier Projekten im Rahmen des Förderprogramms „Blaue Infrastruktur Rheinisches Revier“ (BIRR). Insgesamt investiert der Erftverband rund 25,4 Millionen Euro in diese Projekte, die zu 80 % durch den Just Transition Fund (JTF) der Europäischen Union und des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert werden.

Weitere Bauarbeiten

Parallel wird das Zulaufpumpwerk des Gruppenklärwerks erneuert. Mit einer Förderleistung von 1.100 l/s soll es den Transport des Abwassers in die Reinigungsstufen sicherstellen. Auch diese Maßnahme soll 2026 abgeschlossen sein, das Investitionsvolumen liegt bei 4,3 Millionen Euro.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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