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Förderprogramm: Forschungsnetzwerk akut gefährdet

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Autor: Charlotte Quick

Förderprogramm: Forschungsnetzwerk akut gefährdet
© Adobe Stock
9.12.2022 Ι Zum Jahresende läuft die Forschungsförderung für die IGF aus. Sie ist das weltweit größte Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk kleiner und mittelständischer Unternehmen. Mehr als 25.000 Unternehmen, überwiegend KMUs, und 1.200 Forschungseinrichtungen sind aktuell in das Förderprogramm der „Industriellen Gemeinschaftsforschung“ (IGF) eingebunden.

Dipl.-Ing. Jens Jerzembeck, Geschäftsführer der Forschungsvereinigung des DVS Forschung, leitet eine von insgesamt 100 Forschungsvereinigungen, die Teil der IGF sind und allein durch die Beiträge ihrer Mitglieder finanziert werden. Die von ihnen initiierten Forschungsprojekte wurden seit 1958 mit Mitteln aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) als industrienahes Instrument der Innovationspolitik im Bereich der angewandten Forschung gefördert. Durch dieses Vergabemodell, das Mittel auf Antrag der Forschungsvereinigungen bewilligt, ist sichergestellt, dass die einzelnen Projekte eine hohe Branchenrelevanz haben und ihre Ergebnisse den Unternehmen der Branche zur Verfügung gestellt werden. Insgesamt 200 Mio. Euro stellte das BMWK dafür im laufenden Jahr zur Verfügung.

Forschungsförderung läuft zum Jahresende aus

Doch mit diesem Erfolgsmodell könnte künftig Schluss sein, fürchtet Dipl.-Ing. Rainer Salomon, Geschäftsführer der FOSTA – Forschungsvereinigung Stahlanwendung e. V.:

„Im Koalitionsvertrag heißt es zwar, dass die Forschungsvereinigungen gestärkt und weiterentwickelt werden sollen. Ende Juni haben wir jedoch auf ‚kaltem Weg‘ davon erfahren, dass das BMWK das bestehende Förderprogramm in der jetzigen Form beenden will. Was derzeit hinter verschlossenen Türen ausgearbeitet wird, ist völlig unklar. Auf Anfrage wurde uns lediglich mitgeteilt, dass zurzeit eine Neuordnung des Programms in Vorbereitung sei.“

Sie soll bereits zum 1. Januar 2023 in Kraft treten. Dazu Jerzembeck: „Zu keinem Zeitpunkt wurden die Forschungsvereinigungen in den Entscheidungsprozess einbezogen. Wir sind besorgt, dass damit ein über Jahrzehnte gewachsenes Forschungsnetz quasi im politischen Handstreich ohne Not zerstört wird.“

„Die Forschungsprojekte, an denen wir derzeit in der FOSTA arbeiten, sind zukunftsweisend, beispielsweise im Bereich der Brennstoffzelle, der E-Mobilität oder der Offshore-Windenergiesysteme“, bestätigt Salomon. Zu diesem Ergebnis kommt auch die im Auftrag des heutigen BMWK im Jahre 2021 vorgelegte Evaluierung der IGF-Forschungsprojekte. Dort heißt es:

„Primäre Zielgruppe des Förderprogramms sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die aufgrund ihrer geringen Größe zumeist nicht in der Lage sind, Forschungsaufträge an externen Forschungsstellen zu finanzieren oder eigene Forschungsabteilungen zu unterhalten. Die IGF bietet ihnen Zugang zu neuesten Erkenntnissen für die Weiterentwicklung von Produkten, Verfahren und Dienstleistungen – wichtige Voraussetzungen für den Erhalt und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der KMU.“

Sie leisten darüber hinaus einen essenziellen Beitrag zur Förderung des Forschungsnachwuchs: Jährlich mehr als 600 Ingenieure gehen aus den Forschungsprojekten hervor: „Nachwuchs, der in der Industrie händeringend gesucht wird“, so Salomon.

Weichen gemeinsam stellen im Dialog mit dem BMWK

„Mehr Fortschritt wagen, heißt für uns, es gemeinsam zu wagen. Denn das ist ein Teil der DNA der Industriellen Gemeinschaftsforschung“, so Jerzembeck. „Mit den Forschungsvereinigungen verfügt Deutschland über ein Forschungsnetzwerk, um das uns die Welt beneidet. Wir sollten alles daransetzen, dass auch künftig der Brückenschlag von der Forschung in die Anwendung optimal gewährleistet ist und dort feinjustiert wird, wo es nötig ist – gemeinsam mit allen Beteiligten, an einem Tisch.“

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