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Ernährungsindustrie: Umsatzminus und schwaches Geschäftsklima

Trotz nominalem Wachstum kämpft die Ernährungsindustrie im Februar 2025 mit realen Umsatzverlusten. Auch Rohstoffpreise und Geschäftsklima dämpfen die Perspektiven.

von | 20.05.25

Eier stehen exemplarisch für die Preisentwicklung auf den Rohstoffmärkten: Im Februar 2025 legten die Erzeugerpreise gegenüber dem Vormonat um 4,8 % zu.
Quelle: Couleur / Pixabay
Ernährungsindustrie

Die deutsche Ernährungsindustrie erzielte laut aktuellem BVE-Konjunkturreport im Februar 2025 einen preisbereinigten Umsatzrückgang von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Trotz eines leichten nominalen Umsatzwachstums zeigen sich reale Rückgänge im Inlands- und Auslandsgeschäft. Hinzu kommen anhaltende Belastungen durch Rohstoff- und Energiepreise sowie ein stagnierendes Geschäftsklima.

Rückläufige reale Umsätze trotz nominalem Plus

Im Februar 2025 verzeichnete die Branche ein reales Umsatzminus von 3,2 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Der nominale Umsatz stieg hingegen leicht um 1,5 % auf 18,7 Mrd. Euro. Während das Auslandsgeschäft mit einem Plus von 5,8 % auf 7,0 Mrd. Euro nominal zulegen konnte, sank der Inlandsumsatz um 0,9 % auf 11,7 Mrd. Euro.

Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex lag im Februar 1,0 % unter dem Vorjahresniveau. Im selben Zeitraum stiegen die Inlandspreise für Lebensmittel um 3,3 %, die Ausfuhrpreise sogar um 7,8 %.

Rohstoffmärkte: Uneinheitliche Preisbewegungen bei Agrarprodukten und Energie

Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte lagen im Februar 2025 um 1,5 Prozent über dem Niveau des Vormonats und 2,6 Prozent über dem des Vorjahres. Damit lagen sie weiterhin rund 37 Prozent über dem Vorkrisenniveau von Anfang 2020. Die Preise pflanzlicher Erzeugnisse stiegen im Monatsvergleich um 3,4 Prozent, sanken jedoch im Jahresvergleich um 3,2 Prozent. Der Preisindex für Futterweizen lag rund 25 Prozent über dem Vorjahresniveau, während Zuckerrübenpreise 27 Prozent unter dem Vorjahreswert notierten.

Tierische Produkte wiesen im Monatsvergleich einen leichten Anstieg von 0,3 Prozent auf, während sie im Jahresvergleich ein Plus von 6,6 Prozent erreichten. Der Preisindex für Eier stieg im Monatsvergleich um 4,8 Prozent, lag jedoch leicht (−0,4 %) unter dem Vorjahresniveau.

Der FAO Food Price Index stieg im April auf 128,3 Punkte – ein Zuwachs von 7,6 Punkten gegenüber dem Vorjahresmonat. Während Fleisch (+3,2 %), Milchprodukte (+2,4 %) und Getreide (+1,2 %) zulegten, sanken die Indizes für pflanzliche Öle (−2,3 %) und Zucker (−3,5 %).

Energiepreise: Weiterhin hohes Preisniveau bei Erdgas

Laut Statistischem Bundesamt stiegen die Erzeugerpreise für Erdgas im März um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Die Preise für Braunkohle sanken um 1,5 Prozent, für Erdöl sanken sie um 4,7 Prozent. Trotz Rückgängen gegenüber der Hochphase der Energiekrise liegen die Preise weiterhin deutlich über dem Vorkrisenniveau.

Geschäftsklima leicht rückläufig

Der ifo-Geschäftsklimaindex für die Ernährungsindustrie verschlechterte sich im April leicht auf 93,5 Punkte. Sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate lagen unter der neutralen Marke von 100 Punkten. Ein großer Teil der befragten Unternehmen rechnet mit einer weiteren Verschlechterung der Geschäftslage.

Verhaltener Konsum und steigende Verbraucherpreise

Das Konsumklima in Deutschland bleibt gedämpft. Der GfK-Index verbesserte sich zwar leicht, bleibt jedoch im negativen Bereich.

Im März 2025 stiegen die Lebensmittelpreise im Jahresvergleich um 2,9 %, die allgemeinen Verbraucherpreise um 2,2 %.

Zum BVE-Konjunkturreport.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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