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Ernährungsindustrie: Export gleicht schwachen Inlandsmarkt aus

Die deutsche Ernährungsindustrie hat 2025 erstmals seit drei Jahren wieder ein leichtes reales Umsatzplus erzielt. Das Wachstum kam vor allem aus dem Export, während der Inlandsmarkt und die Standortbedingungen weiter unter Druck stehen.

von | 21.01.26

Die deutsche Ernährungsindustrie erzielte 2025 erstmals seit drei Jahren wieder ein leichtes Umsatzplus, getragen vor allem durch Exporte.
Quelle: 06photo / Adobe Stock
Getränke Produktion Lebensmittel Herstellung Export

Die deutsche Ernährungsindustrie hat im Jahr 2025 nach vorläufigen Zahlen ein nominales Umsatzwachstum von 3,9 % erreicht, real entspricht dies einem Plus von 0,2 %. Damit konnte die Branche die Rezession der Vorjahre knapp überwinden. Das geht aus aktuellen Zahlen der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) hervor.

Treiber der Entwicklung war das Auslandsgeschäft. Die Exporte stiegen nominal um 9 % und real um 3,9 %. Der Inlandsmarkt entwickelte sich dagegen weiter rückläufig: Zwar legte der nominale Umsatz leicht zu, preisbereinigt sank er jedoch erneut.

Standortprobleme belasten Investitionen

Die Ernährungsindustrie ist zwar inzwischen der drittgrößte Industriezweig Deutschlands, doch die Investitionstätigkeit bleibt dennoch gedämpft. In den vergangenen Jahren ist der Kapitalstock spürbar zurückgegangen, stärker als im übrigen verarbeitenden Gewerbe sowie in den energieintensiven Industrien.

Eine aktuelle Blitzumfrage der BVE, an der 98 Lebensmittel– und Getränkehersteller teilgenommen haben, bestätigt diese Einschätzung. Demnach sehen 81 % der Unternehmen eine Verschlechterung der Standortbedingungen in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren. Als zentrale Belastungsfaktoren nennen sie überbordende Bürokratie, hohe Kosten, fehlende Planungssicherheit sowie Energie- und Arbeitskosten.

Investitionen mit leicht positiver Tendenz

Bei der Investitionsneigung zeigt sich jedoch eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Rund 20 % der befragten Unternehmen planen, ihre Investitionen in den kommenden zwei bis drei Jahren real zu erhöhen, 40 % wollen sie auf dem bisherigen Niveau fortsetzen. Demgegenüber beabsichtigen 34 % eine Reduzierung, während 6 % Investitionen vorerst einstellen wollen.

Trotz der kritischen Standortbewertung attestieren viele Unternehmen Deutschland weiterhin ein grundsätzlich gutes Absatzpotenzial.

„Unsere Unternehmen haben 2025 gezeigt, wie leistungsfähig sie sind: Trotz Trump-Zöllen und trotz Afrikanischer Schweinepest konnten die Exporte deutlich zulegen. Food Made in Germany ist wieder ein starkes Qualitätssiegel“, so BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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