NRW.Energy4Climate hat eine Analyse zu den Kosten von Carbon Capture and Storage (CCS) veröffentlicht. Sie untersucht die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verschiedener CCS-Wertschöpfungsketten und stellt erwartete Kosten für die Jahre 2030 bis 2035 dar. Im Fokus stehen Branchen mit schwer vermeidbaren CO₂-Emissionen, wie die Zement- und Chemieindustrie.
Kosten hängen von mehreren Faktoren ab
Auf Grundlage aktueller Literatur- und Projektdaten ermittelt die Analyse eine Kostenbandbreite von 220 bis 510 Euro pro Tonne CO₂. Berücksichtigt werden dabei die Kosten für CO₂-Abscheidung, Transport und Speicherung sowie verschiedene Anwendungsfälle.
Nach Einschätzung der Autoren hängen die tatsächlichen Kosten unter anderem vom Unternehmensstandort, der eingesetzten Technologie sowie der gewählten Transport- und Speicherlösung ab. Auch Entwicklungen bei Strompreisen, Baukosten, regulatorischen Rahmenbedingungen und der technischen Weiterentwicklung können die Wirtschaftlichkeit beeinflussen.
Bedeutung politischer Rahmenbedingungen
Die Analyse weist darauf hin, dass die Rentabilität von CCS-Projekten eng mit der Entwicklung der CO₂-Zertifikatspreise im europäischen Emissionshandel verknüpft ist. Für Investitionsentscheidungen seien daher verlässliche politische Rahmenbedingungen und geeignete Förderinstrumente von Bedeutung.
„Der Hochlauf einer CO2-Infrastruktur und die Projektumsetzung benötigen Vorlauf. Damit entsprechende Investitionsentscheidungen getroffen werden können, ist jetzt die politische Rückendeckung entscheidend. Dazu gehören strategische Leitplanken, die aktuell im Aktionsplan Carbon Management der Bundesregierung erarbeitet werden, aber auch passende Instrumente wie CO2-Differenzverträge, die Projekte in der Hochlaufphase u. a. gegen die noch bestehende Kostenlücke gegenüber den Zertifikatspreisen im EU ETS absichern“, so Dr. Katharina Schubert, Geschäftsführerin der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate.
Nach Angaben von NRW.Energy4Climate würden sich die zusätzlichen Kosten für Endverbraucher, im Baubereich und bei Verpackungen bei einer Umlage auf maximal zwei Prozent belaufen.
Zur Publikation „Carbon Capture and Storage – Eine Kostenanalyse“







